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Samstag, 17. März 2012

London calling 2012: Kundenmagazine von Waitrose und Sainsbury's

Links Waitrose Kitchen, rechts Sainsbury's Magazine.
Im Urlaub bummeln wir gerne durch die örtlichen Geschäfte inklusive der Supermärkte, auch, wenn wir keine Selbstversorger sind. Und da ich alles lese, was mir unter die Finger kommt, inklusive Buchstabensuppe, nehme ich mir gerne die Kundenmagazine mit. Die sind beispielsweise in England wesentlich lesenswerter als die deutscher Supermärkte. Letztere sind meistens nur ein schnell zusammengehauenes Sammelsurium von Pressemitteilungen für Fertigprodukte und entsprechenden Rezepten. Erstere enthalten durchaus lesenswerte Inhalte, sind vergleichbar mit Zeitschriften wie "essen & trinken".

Waitrose Kitchen erscheint seit zwei Jahren monatlich mit einer Auflage von 350.000 Exemplaren und kostet 1,20 GBP, sofern man keine Kundenkarte hat. Der Schwerpunkt liegt auf Warenkunde und Rezepten, zum Beispiel von Heston Blumenthal, Donna Hay, Delia Smith, Bill Granger und Dan Lepard. Die Rezepte reichen von Einfach bis Anspruchsvoll und sind online in einem Archiv zu finden. Schnelle Abendessen unter der Woche werden ebenso vorgeschlagen wie anspruchsvolle Menüs. Seit der Märzausgabe gibt es eine Kochschule.
Blick in Waitrose Kitchen.
Die Auflage vom Sainsbury's Magazine ist etwas höher als die von Waitrose Kitchen, und nach eigener Aussage ist es "the best selling food magazin in the UK". Die Zeitschrift erscheint ebenfalls monatlich und kostet 1,60 GBP, egal, ob mit Kundenkarte oder ohne.Der Rezeptteil ist kleiner, dafür gibt es mehr Werbung und sogenannte Frauenthemen.
Blick in Sainsbury's Magazine.
Ich würde mich feruen, wenn es auch in deutschen Supermärkten Kundenmagazine in dieser Qualität gäbe.

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Freitag, 16. März 2012

London calling 2012: T.G.I. Fridays am Leicester Square

Das Lokal T.G.I. Fridays ist schon eine gefühlte Ewigkeit am Leicester Square, und genau so lange wollte ich da mal hinein, aber die Menschentrauben vorm Eingang hielten mich immer davon ab. Am letzten Tag waren wir mittags in der Gegend, hatten Hunger, wollten weder Pizza bei Fiori, Steaks bei Angus essen oder suchen, also ab zu T.G.I. Fridays, vielleicht ist ja was frei. Wir hatten einen günstigen Moment abgepasst und wurden sofort an einem der wenigen freien Tische platziert. Ein paar Minuten später, und wir hätten warten müssen.

T.G.I. Fridays ist eine Mitte der 1960er Jahre gegründete Kette mit ca. 1.000 Lokalen in ca. 50 Ländern, allerdings nicht in Deutschland. Ich nehme an, Einrichtung, Deko und Speisekarte der einzelnen Lokale unterscheiden sich nur unwesentlich. Die Einrichtung am Leicester Square besteht aus dinertypischem Mobiliar, die Deko aus Filmplakaten, Requisiten, Sportgeräten wie Surfbretter und Footballhelme etc. Es gibt also einiges zu gucken. Der uniform gekleidete Service ist freundlich und flink. Die Getränke kamen quasi im Handumdrehen, anders als im Diner am Vortag. Nur auf's Essen mussten wir etwas warten. Die Gäste waren überwiegend Touristen, englisch- und italienischsprachig (machen Italiener eigentlich immer als Großfamilie Urlaub?). Auch die Speisekarte ist dinertypisch, mit Schwerpunkt auf Burger und Fries. Es gibt aber auch Steaks, Sandwiches und Seafood. Alles, was an unserem Tisch (wir saßen in unmittelbarer Küchennähe) vorbeigetragen wurde, sah appetitlich aus.

In seltener Einmütigkeit bestellten wir beide das gleiche: Jack Daniel's Burger und Coke, bottomless, was heißt, dass die Getränke stets nachgefüllt, aber nur einmal berechnet werden.

Jack Daniel's Burger mit Bacon und Monterey Jack Cheese, extra Sauce und Fries.
Die Fritten-Portion war kleiner als im Diner, dafür war der Burger üppiger und um Längen besser. Besonders begeisterte uns die Honey Smokehouse-Sauce, die wir restlos aus dem Schälchen kratzten und  bislang leider vergeblich zu kaufen suchten. Dafür haben wir inzwischen eine ähnliche Sauce von Jim Beam hier, und das Original werden wir wohl bestellen.

Bei T.G.I Fridays werden wir sicher nochmal essen gehen.

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Donnerstag, 15. März 2012

London calling 2012: Everything Stops for Tea

Das Haus mit der Nummer 216 am Strand duckt sich ein wenig weg und kuschelt sich eng an die benachbarten, viel höheren Häuser. Das Mutterhaus von Twinings ist schmal, aber nicht unscheinbar, und zelebriert britisches Understatement, denn die wahre Größe des Unternehmens lässt das Stammgeschäft kaum erahnen.

1706 eröffnete Thomas Twining ganz in der Nähe kein Tee-, sondern ein Kaffeehaus, in dem auch Tee ausgeschenkt wurde. Der Verkauft losen Tees entwickelte sich bald besser aus der Ausschank von Heißgetränken, Geschäft und Ansehen wuchsen. 1717 eröffnete Twining zwei Filialen, eine davon in Strand 216. Der handtuchschmale Laden wird heute als Tea Shop genutzt, beherbergt aber auch ein kleines Museum und eine Probierstube, in der man mit den Proben alles machen kann, was man möchte, sogar, typisch britischer Humor, sie auf den Boden werfen - was aber schade wäre. Kaffee, Kannen, Geschirr und Accessoires kann man dort ebenfalls kaufen (und vermutlich erst nach dem Bezahlen auf den Boden werfen).

Die Passion der Briten für Tee ist ja legendär und wird oft karikiert. Ich finde, das ist mit am Besten den Franzosen gelungen, Goscinny und Uderzo mit dem Comic "Asterix bei den Briten", wo Teefax und seine Kompanen jeden Tag um fünf Uhr, komme was wolle, eine Pause einlegen, um eine Tasse heißes Wasser (Teeblätter waren noch unbekann) mit Milch zu trinken. Seit dem letzten London-Urlaub höre ich oft "Everything Stops for Tea" von Jack Buchanan und bekomme jedes Mal Lust auf a cuppa.

Fester Bestandteil jeder Englandreise ist bei mir der Kauf von Twinings English Breakfast Tea. Normalerweise trinke ich morgens zwar Kaffee, aber sonntags oder immer dann, wenn ich Ruhe zum Frühstücken habe, mag ich diesen Tee - außerdem schmeckt der Breakfast Tea nicht nur zum Frühstück. Inzwischen gibt es den Tee auch in Deutschland, so dass ich nicht mit den Beuteln knausern muss, bis die nächste Reise bevorsteht, aber den Tee in England zu kaufen, ist für mich immer noch was ganz besonderes, und so freute ich mich, dass es diesmal mit einem Besuch im Mutterhaus klappte.

Erstaunlichste Wahrnehmung beim Betreten des Geschäftes: Es riecht nicht sahnig-süßlich wie sonst meistens in Teegeschäften. Im Gegenteil, es riecht neutral, so dass man sich ganz auf den Duft von Tee oder Kaffee konzentrieren kann. Die Warenpräsentation ist zurückhaltend, die Beratung gut. Da auch mein Koffer schon gut gefüllt war, hielt ich mich mit dem Einkauf zurück und erstand neben English Breakfast nur noch die mir bislang unbekannte Sorte 1706 Strong Breakfast.

Im Laden selbst mochte ich nicht fotografieren. Ich vermute, niemand hätte etwas dagegen gesagt, aber der laden ist so schmal und war gut besucht, dass die Kamera nur im Weg gewesen wäre.

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Mittwoch, 14. März 2012

London calling 2012: Umlaute werden überschätzt

Am letzten London-Tag schlenderten wir bei bedecktem Himmel und ziemlich kalten (na ja, wir hatten die letzten drei Tage vergessen, dass noch Februar ist) Temperaturen von der Themse nach Covent Garden und Soho.

Nachdem wir durch den Temple District bummelten, fanden wir uns unvermittelt in der Essex Street vor einem Haus mit unverkennbar deutscher Inschrift wieder. Mir gefiel das Haus mit seiner mittelalterlichen Schrift, auch wenn das Bier hier sicher nicht verschenkt, sondern ausgeschänkt wird (gelegentlich regt sich die Germanistin in mir).

In der Bierschenke gibt es das, was man im Ausland unter typisch deutscher Küche versteht, und natürlich Bier, wobei ich die Auswahl da nicht so üppig finde). Da das Lokal montags erst nachmittags öffnet, konnten wir nicht einkehren, aber wer weiß, wenn ich beim nächsten London-Besuch G. mal deutsche Küche nahebringen oder den Tatort sehen möchte, schaue ich mal vorbei.

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Dienstag, 13. März 2012

London calling 2012: The Diner in Soho

Abendessen im The Diner in Soho: California Burger mit
Monterey Jack Cheese und Guacamole sowie Fries für den
Gatten, Original Burger und Sweet Potatoe Fries für mich.
Am letzten Abend landeten wir in Soho. Eigentlich wollten der Gatte und ich ins Kino, aber es lief kein Film, der uns beiden gefiel. Also entschieden wir uns dazu, noch ein wenig bummeln, denn die Temperaturen waren frühlingshaft. Früher, als S. noch lebte und ich sie regelmäßig in London besuchte, gingen wir meistens in Soho aus, und seitdem mag ich die Gegend einfach.

Da es ein wenig schwierig sein kann, mit dem Gatten essen zu gehen, weil er ungern neues ausprobiert, keine Überraschungen mag, ein Lokal weder zu exotisch noch zu edel sein darf, das Essenfassen nicht zu lange dauern darf, er quasi eine Garantie haben möchte, dass es ihm in einem Restaurant schmeckt, halte ich bei Abreise gerne eine Liste möglicher Restaurants bereit. So landeten wir beispielsweise auch in der Fire Station. Jede Küche mit einer gewissen Schärfe scheidet zudem aus. Curry ist also nicht. Ich könnte problemlos durch Soho bummeln, mir irgendwann denken, dass die Hühnerfüße, die im Fenster hängen, lecker aussehen und einkehren, aber mit dem Gatten ist es nicht zu machen, und wenn nur einer von beiden Spaß hat, ist es ja auch blöd.

Eines der Lokale auf meiner Liste war The Diner in Soho, denn Hamburger und Fritten gehen bei uns immer. Wir verliefen uns und irrten durch menschenleere, zwielichtige Straße, was in London eher selten passiert und durchaus eine Erfahrung ist. Es gibt in Soho einige gut erhaltene Bauten aus der Georgianischen Ära, zum Beispiel in der Broadwick oder Wardour Street, und Leere und Dunkelheit sorgten für einen Hauch Mystik. Eine schöne Atmosphäre. Zwischendrin passierten wir durchaus das eine oder andere sehenswerte Lokal und schöne Pubs, aber der Gatte war jetzt auf amerikanisches Essen eingestellt und wollte keine Änderung.

Wir mussten ein wenig warten, bis ein Platz frei wurde. Wieder mal war ich verblüfft, wie voll die Lokale sind. Während wir im Lokal waren, bildeten sich im Eingang regelrechte Menschentrauben. Um uns herum saßen Einheimische und italienische Touristen, darunter eine Großfamilie, eine skurrile Mischung. Während wir so warteten, überlegte ich schon ,wieder zu gehen, denn mich überkam der Drang, zu putzen. Wer meine hausfraulichen Fähigkeiten kennt, weiß, dass so was nur ganz selten passiert. Also, so richtig sauber war das Lokal nicht. Dafür wurde nach jedem Gast der Tisch mit Desinfektionsmittel eingenebelt und mit einem Tuch in undefinierbarer Farbe gewischt. Ehrlich, ein Seitenstraßen-Kellerlokal mit Speisekarte in einer Sprache, die ich nicht verstehe, hätte mir gerade mehr Vertrauen eingeflößt. Aber wir waren nun mal da und würden nun auch hier essen.

Aus der Nähe betrachtet: Original Burger und Sweet Potatoe Fries 
Wir wurden dann endlich von einer Kellnerin, die ein an eine totes Frettchen erinnerndes Gebilde um den Hals und sonst nicht viel trug, platziert, mit Speisekarten versorgt und nach unseren Getränkewünschen gefragt. Dann tat sich 20 Minuten erst mal gar nichts. Ich hatte viel Zeit, mich im Lokal umzusehen, die wild gemusterten Unterhosen des Kellners zu beobachten (diese Hosen-auf-Halbmast-Mode ist so gar nicht meins) und mich zu fragen, warum die Jungs an der Bar ihr Essen wohl aus allen Perspektiven mit dem Smartphone knipsen. Der Gatte überlegte, zu gehen, als die Getränke endlich kamen.

Die Speisekarte gefiel uns gut, vor allem die Auswahl an Fries und anderen Beilagen. Wir bestellten und stellten uns wieder auf eine lange Wartezeit ein, aber diesmal ging es überraschend schnell. Das Essen kam in Plastikkörben, was mir meinen Wunsch erfüllte, endlich mal aus einem Plastikkorb zu essen, wie ich es aus amerikanischen Filmen kenne. Bei den Fries war's okay, bei den Burgern war's schwierig, zumindest, wenn man sie mit Messer und Gabel essen wollte. Die Körbe kamen dann ganz schön ins Kippeln.

Das Essen war lecker. Die Fries-Portionen sind üppig, die kann man gut teilen. Ich streckte bei den Sweet Potatoe Fries die Waffen, was bei mir selten passiert - die Portion war einfach zu groß. Der Gatte, mit seinen Fries ebenfalls sehr zufrieden, probierte reichlich von meinen und erteilte den Auftrag, zu Hause mal Süßkartoffelfritten zu machen. Uns fehlten einzig Ketchup oder Mayonnaise, die nicht auf dem Tisch standen, und irgendwie saßen wir zu ungünstig, um einen Kellner zu stellen. Mein Burger und die Fries waren dadurch etwas drüch, während der Gatte auf seinem Burger Guacamole hatte.

Auf dem Rückflug las ich die aktuelle Olive-Ausgabe mit einem Test verschiedener Dinerketten. The Diner in Soho schnitt am Besten ab. Das war für uns unverständlich, denn am nächsten Tag landeten wir zufällig in einem Diner, wo es uns um Klassen besser schmeckte, aber die Kette wurde nicht getestet.

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Montag, 12. März 2012

London calling 2012: Wieder besucht: Chin Chin Labs

Lemon Sugar Pancakes im Chin Chin Labs.
"You have been here before", stellte Akbari-Kalhur fest, als wir unser Eis im Chin Chin Labs bestellten. In der Tat, im letzten Jahr waren wir zwei Mal dort, aber trotzdem war ich über das Erkennen erstaunt, denn das Lokal hat ja seitdem unzählige Gäste gesehen.

Auch diesmal bestand selbst der Gatte darauf, dass wir dorthin zum Eisessen gehen und rannte damit bei mir natürlich offene Türen ein. Diesmal war der Laden recht leer, so dass wir nicht warten mussten und einen Platz bekamen.

In seltener Einmütigheit entschieden wir uns beide für den Flavour of the week. Da unsere Reise in die Woche vom Pancake Tuesday fiel, war der Geschmack der Woche Lemon Sugar Pancakes, cremig-softes Eis auf der Basis von Pfannkuchenteig und tunesischen Zitronen, mit karamellisierten Zesten - sehr lecker.

Diesmal war leider nur Zeit für einen Besuch, aber für die nächste Londonreise ist Chin Chin wieder fest eingeplant.

Hier geht's zu meinem Bericht vom letzten Besuch.

Angeblich soll's einen Laden in Hamburg geben, der Eis mit Stickstoff herstellt. Wenn Du weißt, wo, freue ich mich über einen Hinweis.

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Sonntag, 11. März 2012

London calling 2012: Ab in den Osten! Rund um die Brick Lane

Im Londoner Osten war ich zuletzt Anfang der 1990er Jahre, als ich die Bevis Marks Synagoge besuchte, und, da schon mal in dieser Gegend, durch das einstmals jüdisch geprägte Viertel bummelte. Es war also hohe Zeit für einen neuen Besuch in dem Viertel zwischen Whitechapel, Bethnal Green und Spitalfields. Wir ließen uns von der Liverpool Street Station bei bestem Frühlingswetter ein paar Stunden durch Petticoat Lane, Brick Lane, Spitalfields Market und zahlreiche Seitenstraßen treiben.
Durch den Torbogen in der Wentworth Street ging es einstmals in einen 1886 erbauten Wohnkomplex der Four Per Cent Industrial Dwellings Company für jüdische Immigranten. In den 1970er Jahren wurde
der Komplex größtenteils abgerissen.  
Heute sind es eher die Bangladeshis, die Gegend prägen, aber wer weiß, wie lange noch, denn das East End gilt nicht mehr als verrucht und gefährlich, sondern als schick, unterliegt der Gentrifizierung, was zur Vertreibung derer führt, die sich aufwändig renovierte Wohnungen, schicke Lofts nicht leisten können. Andererseit trägt die Gentrifizierung auch zum Erhalt des Viertels und seiner Bauten bei.
Einer der Zugänge zur Brick Lane.
Das Publikum auf der Straße war bunt gemischt: Junge und Alte, Einheimische, aber meiner Einschätzung nach verhältnismäßig wenig Touristen. Ich hatte eher den Eindruck, als würde der Markt bis heute von den in der Nachbarschaft Lebenden zum Einkaufen genutzt. Das kann natürlich auch an der Reisezeit liegen - Februar ist für einen Londonurlaub ja nicht gerade Hochsaison. Oder die Touristen waren noch auf der Petticoat Lane, in der wir uns nur kurz verirrten.

Lass' uns an der Ecke Hoolka Dadka Guryaha Deggan und Frostic Walk treffen ... Ersteres scheint ein Tempel zu sein, keine Straße, zweites ein Nachbarschaftszentrum.
1743 als Hugenotten-Kirche erbaut, ab 1819 Methodisten-Kirche, im späten 19. Jahrhundert Synagoge und seit 1976 Moschee: Das Gebäude in der Brick Lane 59.
Exotische Gerüche zogen uns in die riesige ehemalige Truman Brewery, die heute Künstler, Restaurants und Bars beherbergt. In einer Halle boten Menschen Speisen und Getränke aus allen Herren Länder an. Nachos, Sushi, Falafel, Curries ... Alles war dabei. Leider waren wir noch satt vom Frühstück, aber dieser Duft ... unbeschreiblich!
In der Truman Brewery.
In der Truman Brewery.
In der Truman Brewery.
Zurück auf der Brick Lane waren wir ebenfalls von dem Angebot an Speisen und Getränken überwältigt. Wer soll das alles essen? Wir waren weiterhin gut gesättigt vom Frühstück ...

Straßenszene in der Brick Lane.
Je weiter wir Richtung Bethnal Green Road kamen, nahmen die Antiquitäten-, Ramsch-, Trödel- und Hausratstände zu. 

Blick in eine Seitenstraße.
Und hier sind sie dann auch, die beiden berühmten Beigelshops, die 365 Tage im Jahr rund um die Uhr Beigel verkaufen. Leider waren wir noch immer nicht hungrig, und da beide Geschäfte proppevoll waren, hatten wir auch keine Lust, uns anzustellen und was für später zu holen. Hier gibt es einen Bild-Bericht über die beiden benachbarten Bäckereien.

Die erste Beigel-Bäckerei wurde 1855 in London ins Leben gerufen.
Nur ein Haus weiter ist eine zweite Beigel-Bäckerei.
Sehr schräg ist das Angebot in der Sclater Street: Auslegeware, Metallwaren, ziemlich sicher illegal gebrannte Porno- und Splatterfilme asiatischer Straßenhändler, Obst und Gemüse, Haushaltswaren und Fahrräder über Fahrräder ...
Ist Auslegeware impulskauftauglich? Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass sie ein Verkaufsschlager
auf einem Straßenmarkt ist.

Zu der Straße passt die schräge Ausstellung der polnischstämmigen Künstlerin Olek in der Galerie Tony's.

Blick in die Galeie Tony's mit Häkelobjekten von Olek.
Übrigens gibt es rund um die Brick Lane viel Straßenkunst zu entdecken. Es lohnt sich, sich in den Seitenstraßen zu verlieren oder mal einen Blick in Hinterhöfe zu werden. Mich beeindruckten besonders die Werke des Belgiers ROA. Hier gibt es einen Überblick über sein Schaffen in verschiedenen europäischen Metropolen.

Wir warfen auf dem Rückweg zur Liverpool Street Station noch einen schnellen Blick in die Hallen des ehemaligen Old Spitalfields Market, die ursprünglich einen Obst- und Gemüsemarkt beherbergte. Nach der Verlagerung des Marktes in den 1991er Jahren gab es Proteste in der Bevölkerung mit dem Ergebnis, dass die alten Markthallen mit täglich wechselnden Schwerpunkten wiederbelebt wurden. Fest eingeplant für den nächsten Besuch ist die Spitalfields City Farm, die ein wirklich beeindruckendes Projekt zu sein scheint.

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Samstag, 10. März 2012

London calling 2012: Patrick Stewart in "Bingo. Scenes of Money and Death" im Young Vic

Anlass für unsere London-Reise war neben unserem Hochzeitstag der Umstand, dass sich der Gatte zum runden Geburtstag im letzten Jahr wünschte, einmal Patrick Stewart auf der Bühne zu sehen. Der ist, was viele nicht wissen, nicht nur Star Trek-Captain Jean-Luc Picard, sondern auch Mitglied der Royal Shakespeare Company.

Während unseres letzten Urlaubs spielte Stewart den Shylock im Merchant of Venice in Stratford, aber "mal eben" für die Vorstellung von London nach Stratford zu fahren, erwies sich als ausgesprochen kompliziert (es sei denn, wir hätten uns mit einem Mietwagen in den Linksverkehr gestürzt) und unterm Strich fast so teuer wie eine weitere London-Reise, da Eintrittskarten, zweites Hotelzimmer in Stratford, da die Bahn oder ein Bus die Strecke Stratford-London nach Theaterschluss nicht mehr bedient, und Fahrkarten benötigt wurden.

Aber Ende Februar würde Stewart in London auf der Bühne stehen, nicht in einem Shakespeare-Stück, sondern als Shakespeare, in "Bingo". Bingo! Ich fackelte nicht lange, buchte eine weitere London-Reise und schenkte sie samt den flugs online gebuchten Theaterkarten dem Gatten, dem es um Stewart und nicht um Stück oder Rolle ging, zum Geburtstag.

Außenansicht vom Young Vic (Quelle: Wikipedia)
Das 1946 gegründete Young Vic ist ein Theater im Süden Londons, unweit der Waterloo Station. Es besteht aus mehreren Gebäudekomplexen. Der Haupteingang, in dem auch die Tageskasse ist, ist der Verkaufsraum einer ehemaligen Schlachterei, wie sich unschwer an den noch erhaltenen Kacheln erkennen lässt. Ursprünglich war das Theater nur als kurzfristiger Notbehelf in der Nachkriegszeit gedacht. Schnell wurde es fester Bestandteil der Londonder Kulturszene und ist fest im Stadtteil verwurzelt, sozial engagiert und bemüht, Menschen ins Theater zu bringen, denen diese Kulturform sonst eher fremd ist.

Eigentlich wollten wir im zum Theater gehörenden Lokal The Cut vor der Vorstellung essen, aber obwohl es gerade mal sechs Uhr war, war das Restaurant im Erdgeschoss schon proppenvoll. So tranken wir nur etwas an der Bar im Obergeschoss, auf dem Balkon, wo leider kein Essen zu bekommen war, und landeten in The Fire Station. Es hätte in der Nähe noch andere Möglichkeiten gegeben, aber die waren entweder ebenfalls proppevoll oder sagten dem Gatten nicht zu, weil es nur Essen auf die Hand gab. Und inzwischen hatten wir nur noch eine knappe Stunde bis zum Beginn des Stücks, also nicht wirklich Zeit, zu suchen.

Eine Besonderheit des Young Vic ist, dass der Zuschauerraum für jedes Stück neu gestaltet wird. Für "Bingo" war die Bühne minimalistisch, wie es sicher auch Edward Bond vorgesehen hat. Trotz Englisch-LK und Angelisitik-Studium war mir dieser Autor bislang entgangen. Der 1934 im Norden Londons geborene Dramatiker gilt als Marxist und schreibt Stücke, die von Brecht beeinflusst sind.

Das 1973 uraufgeführte Stück "Bingo. Scenes of Money and Death" spielt in den letzten beiden Lebensjahren Shakespeares, 1615 und 1616, auf dessen Gut in Warwickshire. Wenngleich die Handlung fiktiv ist, ist das Kernthema des Stücks real: Es geht um Landnahme, weg von kleinteiliger Landwirtschaft hin zum Großgrundbesitz und um einen Vertrag, der Shakespeare Einnahmen aus seinen Ländereien garantiert zum Nachteil der Kleinbauern, die das Land bislang für ihn bewirtschafteten. Was für Shakespeare mehr Wohlstand bedeutet, bringt den Kleinbauern Existenzverlust und Armut. Landflucht und Vertreibung sind die Folgen, die das Stück ebenfalls aufgreift.

Die Inszenierung ist großartig und sehr eindringlich. Es war ein Geschenk, Stewart als Theaterschauspieler erleben zu dürfen. Ich hoffe, dass ich nochmal Gelegenheit dazu bekomme. Bühnenbild und Effekte sind minimalistisch, was die Eindringlichkeit des Stücks zusätzlich unterstreicht. Wir hatten Plätze in der fünften Reihe und saßen mitten im Geschehen, denn die Bühne erstreckt sich weit in den Zuschauerraum, die Akteure agieren zum Teil aus dem Publikum heraus. "Bingo" wird noch bis zum 31. März aufgeführt. Wenn Du die Chance hast, das Stück zu sehen, nutze sie!

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Freitag, 9. März 2012

London calling 2012: The Fire Station

Zum Abendessen verschlug es uns am zweiten Tag in Londons Süden, in The Fire Station, einer 1910 erbauten Feuerwehr, die vor sechs Jahren zu einer Bar bzw. einem Restaurant umgebaut wurde und sich direkt neben der Waterloo Station befindet. Überall im Lokal finden sich Reminiszenzen an die frühere Nutzung des Gebäudes wie Löscheimer, Leitern, Alarmglocke usw. Wir kamen gegen halb sieben an, und das Lokal war schon gut gefüllt. Nach kurzer Wartezeit wurden wir im Restaurant platziert und rasch bedient. Die Atmosphäre war lebhaft. Die Gäste schienen überwiegend Einheimische zu sein, teilweise wurden Eltern oder andere Verwandte zum Essen ausgeführt, wurde in größeren Gruppen gegessen.

Unser Fazit zum Essen fällt gemischt aus. Wir entschieden uns für das Pre-Theatre-Menu, bei dem man zwischen zwei und drei Gängen zu 13.50 GBP bzw. 16.95 GBP wählen kann. Der Gatte wählte als Vorspeise einen Caesar Salad, der ihm schmeckte, auch wenn ihn die Makrelen im Salat irritierten, da er die Variante noch nicht kannte. Als Hauptgang wählte er Hühnchenbrust mit Knoblauch-Kartoffelpüree und Wirsingkohl. Ich entschied mit für den Homemade Pie of the Day, Huhn, mit Erbsen und Fritten.

Hinten: Chicken breast with roast garlic mash and savoy cabbage, vorne Homemade Pie of the Day with chips and buttered peas.
Mein Pie entpuppte sich als Schale mit höllisch heißem Hühnerfrikassee, bedeckt mit einer Schicht Blätterteig. Definitiv kein Fertigfutter, also wirklich homemade, aber eher englisch gewürzt, also laff. Salz und Pfeffer standen zum Glück auf dem Tisch, aber Kapern und Worcestersauce wären für den Geschmack fein gewesen. Erbsen und Fritten konnten ebenfalls Salz vertragen. Der Gatte war mit seinem Hauptgang  einigermaßen zufrieden, bis auf das für ihn typische Nachsalzen "Nicht berühmt, aber okay", lautete sein Fazit.

Als zuckersüßes Speckbällchen entschied ich mich gegen eine Vorspeise und für ein Dessert, eine Tarte mit Eiercreme und Muskatnuss-Eis.

Egg custard tart with nutmeg ice cream
Das Dessert war nicht wirklich befriedigend. Die Eiercreme schmeckte halt nach Ei und Creme, während das Muskatnusseis schlichtweg nur nach Vanille schmeckte.

Unterm Strich bleibt ein gemischter Eindruck. Das Pre-Theatre-Menu ist günstig, riss uns geschmacklich aber nicht wirklich vom Hocker. Das Personal ist aufmerksam, flink und freundlich, das Lokal ist ansprechend eingerichtet - definitiv ein Lokal, in das ich nochmal gehen würde, wäre ich in der Nähe. Dann aber eher, um die Biersorten auszuprobieren, nicht zum Essen. Dennoch, die sehr schlechten Bewertungen, die über das Lokal im Netz zu finden sind, kann ich nicht verstehen.

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Donnerstag, 8. März 2012

London calling 2012: Notting Hill, rund um die Portobello Road

Natürlich musste auch diesmal wieder ein Bummel über den Portobello Market sein - wir mögen Märkte einfach. Und natürlich begannen wir auch diesmal wieder mit einem Full English Breakfast Frühstück im Electric, diesmal in Begleitung von G. und seiner entzückenden Frau Mama, die zufällig auch gerade in London zu Besuch war und ebenfalls auf den Markt wollte.

Fester Bestandteil unseres Notting Hill-Bummels: The Spice Shop.
So winzig der Spice Shop auch ist, irgendwas finde ich doch immer. Diesmal wollten Rote Bete- und Spinat-Pulver, Vadouvan, Advieh und Zimtblätter mit. Ein Blick auf die Website zeigt übrigens, dass es die Gewürze inzwischen auch in Deutschland gibt. Auf die Zimtblätter bin ich gespannt. Angeblich sollen sie getrocknet ohne Aroma sein, und ich bin mir noch nicht sicher, ob meine nicht nur nach dem Vadouvan riechen, mit dem sie sich im Koffer eine Tüte teilten. Und natürlich habe ich keine Ahnung, was ich aus den Blättern mache. Tipps sind willkommen.
Blick hinter die Kulissen: Ware für den Verkauf an der Straße wird vorbereitet. Es roch betörend nach Ananas.
Gegenüber vom Spice Shop liegt Book for Cooks. Dreimal darfst Du raten, wer dort in einen Kaufrausch verfiel. Falsch. Es war der Gatte. Zum Glück zeigte sich die BA auf dem Rückflug großzügig bei seinem Übergepäck, denn auch der M&M-Laden und Forbidden Planet verdienten gut an ihm ... Er ist nämlich auf einem Steampunk-Trip. Wer weiß, was passiert wäre, hätte das angedachte Treffen mit der Herrin der Höhle der haarigen Biester tatsächlich geklappt.

Diesmal verloren wir uns auch in den weitgehend touristenfreien Seitenstraßen. In der Golborne Road finden sich viele marokkanische Geschäfte und Restaurants. Täglich außer Sonntags gibt es dort auch einen Straßenmarkt mit Hausrat und Antiquitäten.

Tajinen beim marokkanischer Einzelhändler in der Golborne Road.
Golborne Fisheries. Auswahl und Qualität sind ein Traum. Wären wir nicht im Hotel gewesen, wäre ich in einen Kaufrausch verfallen.
Obst- und Gemüsegeschäft an der Golborne Road. Mich brachten die kindskopfgroßen Bramley Apples zum Staunen.
Von der Golborne Road sieht man auch den Trellick Tower, ein 31stöckiges Hochhaus mit über 200 Wohnungen, das Anfang der 1970er Jahre im Stil des Brutalismus (heißt wirklich so!) als sozialer Wohnungsbau errichtet wurde.

Trellick Tower. Der linke Turm ist der Serviceturm mit Fahrstühlen, Treppenhaus und Abfallschächten. In der verglasten Auskragung  befand sich der Heizungsraum. Inzwischen wird das Haus elektrisch beheizt, und es gibt Überlegungen, die Auskragung zu einem Penthouse umzubauen.

Schon kurz nach der Fertigstellung wurde der Trellick Tower, der inzwischen unter Denkmalschutz steht, zum sozialen Brennpunkt und hat sich bis heute nicht davon erholt. Im Blog Love London council housing gibt es einen Spaziergang rund um den Trellick Tower mit zahlreichen Fotos.

Uns zog's weiter in die Einkaufsstraßen rund um Oxford Circus und Piccadilly Circus.

Noch mehr London 2012:

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London calling 2012: T.G.I. Fridays am Leicester Square
London calling 2012: Twinings
London calling 2012: Bierschenke
London calling 2012: The Diner in Soho
London calling 2012: Wieder besucht: Chin Chin Labs
London calling 2012: Ab in den Osten! Rund um die Brick Lane
London calling 2012: Patrick Stewart in "Bingo. Scenes of Money and Death" im Young Vic
London calling 2012: The Fire Station
London calling 2012: Notting Hill, rund um die Portobello Road

Mittwoch, 7. März 2012

London calling 2012: The Long Dark Tea-Time of the Soul

Als ich im Oktober letzten Jahres zusammenbrach, war ich optimistisch, dass sich das Problem schnell in den Griff kriegen läßt. Auch mein Arzt meinte, Ausschlafen, Spaziergänge, Sport und Entspannung könnten helfen. Allerdings zeigte sich schnell, dass mich Panikattacken und einiges mehr fest im Griff hatten. Als der Gatte fünf Tage nach dem Zusammenbruch mit mir im Hirschpark spazierengehen wollte, musste er mich mehr tragen als dass ich selbst gehen konnte. Mir war schwindelig, ich war ständig kurz davor, umzufallen.

Als ich Anfang November zum Kochtreffen nach Bad Honnef fahren wollte, brach ich bei dem Versuch zusammen, den Koffer zu packen. In den folgenden Monaten hangelte ich mich von Zusammenbruch zu Zusammenbruch und verließ das Haus bis auf eine Handvoll Ausnahmen nur, um zum Arzt zu fahren, wobei die Busfahrt hin und zurück oft schon reichte, um mich erneut zusammenbrechen zu lassen. Immer wieder wurde mir nahegelegt, doch ein paar Tage aus der Stadt raus zu fahren, ans Meer oder aufs Land - allein: Es ging schlichtweg nicht.

Die ganze Zeit hing wie ein Damoklesschwert über mir, dass ich im letzten August für diesen Februar eine London-Reise über ein verlängertes Wochenende gebucht hatte - als Geburtstagsgeschenk für den Gatten und anläßlich unseres zehnten Hochzeitstages. Umbuchen wollten wir nicht, mit jemand anderem fahren wollte der Gatte nicht, Stornieren wäre nur zum vollen Reisepreis möglich gewesen und wurde vom Gatten abgelehnt - eine blöde Situation. Nach langen Gesprächen mit Ärzten und Shrink wurde entschieden: Ein Tapetenwechsel könnte mir gut tun, also fahre ich, selbst, wenn ich nur wimmernd im Hotel liege - vorausgesetzt, ich schaffe es überhaupt, meinen Koffer zu packen, zum Flughafen, ins Flugzeug und nach London zu kommen ...

Um's kurz zu machen: Ich hab's geschafft! Es gab zwar die eine oder andere Panikattacke, aber die hatte ich im Griff - nicht sie mich. Ein großer Schritt nach vorne! Am Montag war ich zwar so fertig, dass ich von London kaum noch etwas mitbekam, dass man mich in Hamburg fast aus dem Flieger tragen musste, auf den Fotos sehe ich aus wie Angela Merkel, und zu Hause fiel ich samt Koffer und Klamotten ins Bett, um erst zwölf Stunden später wieder ein Lebenszeichen von mir zu geben, aber: Ich habe es geschafft! Ein großer Schritt Richtung Normalität ist getan.

In den nächsten Tagen gibt es hier also ein bisschen London-Content. Und Ende des Monats fahre ich zum Kochen nach Bad Honnef. Außerdem gibt es ein vorsichtiges Datum, ab dem ich wieder arbeiten darf. Ich freue mich wie Bolle!

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Donnerstag, 22. September 2011

London calling 2011: Und sonst noch so ...

Selbst bei mir besteht ein Urlaub nicht nur aus Essen. Da gab's noch mehr:
  • Treffen mit G.. Ein Wiedersehen nach etwa 15 Jahren. Viel zu lang. Und viel zu kurz. Aber das Wiedersehen ist geplant. Bald. Ich freue mich. Und dann bekomme ich einen Brotbackkurs. Ob ich will oder nicht. Gibt es den Hermann eigentlich auch in England? Oder bin ich die erste, die ihn einführen wird?
  • Spätabendlicher Spaziergang zum Primrose Hill mit G. und traumhafter Blick über die glitzende nächtliche Stadt bei Vollmond.
  • Hörnchen suchen in Kensington Gardens und im Hyde Park. Beim letzten Besuch erwischten wir anscheinend den einzigen Tag, an dem sämtliche Londoner Eichhörnchen frei hatten. Dieses Jahr waren sie nicht so pflichtvergessen.
  • Tower, von vorne bis hinten, oben bis unten. Inklusive Kronjuwelen. Und aller anderen Ausstellungen.
  • Tate Modern. Sehr bequeme Sofas für mich. Für den Gatten die Kunst. Grandiose Aussicht aus der Espresso-Bar im 4. Stock und dem Restaurant im 7. Stock. Ich freue mich auf die Erweiterung der Ausstellungsfläche in den unterirdischen Tanks. Hoffentlich stehen da auch Sofas.
  • Narrowboat-Fahrt von Camden Lock nach Little Venice. Immer wieder schön. Und irgendwann laufe ich auch mal den Weg am Fluß lang. Anschließend Spaziergang durch den Hyde Park zurück zum Hotel.
  • Victoria & Albert-Museum. Eine riesige Rumpelkammer, in der man, wie in jeder Rumpelkammer, spannende Funde machen kann.
  • British Museum. Auch eine riesige Rumpelkammer, aber besser sortiert.
  • Natural History Museum. Imposante Dinosaurier. Und Rumpelkammer.
  • Kew Bridge Steam Museum. Dampfende Dinosaurier. Unbedingt sonntags hingehen, wenn alles raucht und dampft, die Maschinen vorgeführt werden, das Bähnchen fährt. Leider fielen der geplante Spaziergang durch Kew und die Bootsfahrt zurück nach Westminster buchstäblich ins Wasser.
  • Harrods. Ohne Foodhall. Unglaublich, aber wahr. Stattdessen Toy Kingdom. Neuster Mitbewohner: Harold, der große Brüder von Portobello. Knapp 50 cm. Ohne Ohren. Und die sind lang, die Ohren.
  • Harvey & Nichols. Mit Lebensmittelabteilung. Und Fortnum & Mason. Ebenfalls mit.
  • Covent Garden. Hart erarbeitet. Die U-Bahn-Station hat 193 Stufen. Keuch. "Are you allright, Madame?" - "Certainly. Would you mind carrying me the remaining 163 steps?" Donnerstags gibt es einen Farmer Market. Es roch alles sehr lecker, aber wir wollten woanders essen.
  • Kamerakauf an der Tottenham Court Road. Meine Canon wollte nicht mehr. Jetzt habe ich eine schnell gekaufte, günstige Fuji und hoffe, die Canon kann wiederbelebt werden.
  • Disney Store. In Covent Garden. Und an der Oxford Street. Diesmal ohne Kaufrausch.
  • Chinatown bei Nacht. An einem Sonnabend. Inmitten feierfreudiger, betrunkener Engländer. Auch 'ne Erfahrung.
  • Odeon am Leicester Square. Cowboys and Aliens. Überteuert. Unbequeme Sitze, enger als im Flugzeug und aus siffigem Plastik. Kinosaal total verdreckt. War auch mal besser. Im Electric und im Gate liefen leider keine Filme, die uns gefielen.
  • Oxo Tower. Schöne Shops und grandioser Blick von der winzigen öffentlichen Aussichtsplattform im achten Stock.
  • Fish 'n' Chips. Bei Rock & Sole. Noch schlechter als beim letzten Mal. Und im Hereford Arms. Richtig gut.
  • Portobello Market. Am oberen Ende ist ein interessanter Farmers Market. Und natürlich musste ich zu Books for Cooks und in den Spice Shop.
  • Trocadero. Muss sein. Bei jedem Besuch. Wegen des Bonscheladens. Diesmal gab's noch einen Hirnfroster obendrauf.
  • Trafalgar Square. Ohne Cocktail in der Roof-Top-Bar. Leider. Haben wir nicht geschafft.
  • Oxford Street. Rauf. Runter.
  • Forbidden Planet. Die brauchen eine Ehefrauen-Wartezone. Dringend. Aber da gibt es genial Cupcake-Bücher. Completely kinky.
  • Blackwell. Die haben eine Ehefrauen-Wartezone. Die Restaurants nebenan. Zum Glück. "Schatz, ich war da doch nur 10 Minuten drin." Klar. Eine Stunde hat nur 10 Minuten. Weiß man doch.
  • British Library. Da kann man nicht nur lesen, sondern auch gucken. Der Besuch lohnt sich, vor allem, wenn es Sonderausstellungen gibt. Aber auch sonst.
  • White Cube Gallery. Sehr verstörende Jake und Dinos Chapman-Installation. Bin sehr froh, dass ich die sah.


Noch mehr London:

Mittwoch, 21. September 2011

London calling 2011: Von Kühlschränken und Elefanten

Im Science Museum gibt es eine Ausstellung, die sich eigentlich an kleine Kinder richtet, die aber auch großen Kindern Spaß macht: The Secret Life of the Home. Während sich also der Gatte mit Fliwatüts beschäftigte, verbrachte ich eine vergnügliche Zeit im Keller mit ...
... von der Decke hängenden Installationen, in diesem Fall eine alte Küchenmaschine, die vor sich hin rattert. Klasse war auch ein Wärmflaschen-Orchester, das lustige Flappgeräusche machte, sich aber leider nicht fotografieren ließ.
... Mixern aus unterschiedlichen Jahrzehnten. 
... dem Kreiselnlassen eines Plastikhuhn in einer Mikrowelle
... dem Bestaunen des Ur-Großvaters meines Radioweckers.

... der Feststellung, dass ich unbedingt eine Teasmade brauche - hier die Seitenansicht eines Modells der Kombi aus Wecker und Teekocher, in diesem Fall sogar mit Licht und Radio. Und tragischerweise stelle ich erst bei Schreiben dieser Zeilen fest, dass Teasmades immer noch hergestellt werden. Beim nächsten London-Besuch muss ich eine kaufen. Bis dahin habe ich in meinem kleinen Schlafzimmer hoffentlich einen Platz dafür gefunden.
... dem Vorfahren eines Paco-Jets: Ein White Mountain Freezer aus dem Jahre 1923. Durch Salz und Kurbeln bekommt man sehr schnell Eis, Sorbets und geschmeidige, kalte Massen.
Von Kühlschränken und Elefanten erfährt man auch. Nein, es wird nicht gezeigt, wie man erkennt, dass ein Elefant im Kühlschrank war. Es wird ein alter Werbefilm gezeigt, in dem Elefanten beweisen, dass Kühlschränke so stabil sind, dass sie darauf stehen können. Keine Ahnung, wieso das den Kühlschrankverkauf ankurbeln sollte. Ob ein Elefant auf meinem Kühlschrank stehen kann, war mir bislang immer ziemlich egal. Aber ich kenne da mindestens eine Frau mit Kater, für die es ein Kaufkriterium wäre, ob der Vierbeiner die Kühlschranktür öffnen kann.

Entdeckungen gibt es auch im Museumsshop: Haushaltswaren, überwiegend von skandinavischen Designern, Muffinformen und allerlei putziges Küchengedöns.

Noch mehr London:

Dienstag, 20. September 2011

London calling 2011: "War is a nuisance. ..."

Teil einer Plastik von Tom Murphy zur
Erinnerung an die über 4.000 Opfer der
deutschen Luftangriffe auf Liverpool
und Bootle zwischen 1940 und 1942.
"... Everything is on ration, and you can't get sweets." Der Zwölfjährige, der die deutschen Luftangriffe auf Großbritannien zwischen 1940 und 1945 überlebte und seine Erinnerungen in einem Schulaufsatz schilderte, hat messerscharf erkannt, dass es keinen Grund für einen Krieg gibt, aber unzählige dagegen.

Das Zitat stammt aus der Ausstellung "The Children's War", die noch bis Januar 2012 im Imperial War Museum (IWM) in London läuft. Normalerweise sorgt der Gatte dafür, dass ich im Urlaub keine Orte oder Ausstellungen besuche, die auch nur ansatzweise mit der NS-Zeit zu tun haben, da ich einen Teil meiner Brötchen mit der Erinnerung an diese Zeit verdiene - überwiegend mit Briten und Amis, die auf den Heritage Tour durch Deutschland reisen. Der Gatte findet halt, ich soll im Urlaub abschalten. Aber da er beim letzten Besuch ins IWM wollte, kam ich mit. Die Children's War-Ausstellung berührte mich, und so besuchte ich sie diesmal erneut, als der Gatte wieder ins IWM wollte, um irgendeinen Lorbeerkranz von Kaiser Wilhelm zu sehen.

Die Rationierung von Lebensmitteln, Schuhen, Bekleidung, Kohle, Gas, Elektrizität und Seife (weil man die Öle und Fette für Nahrungsmittel brauchte) wurde in Großbritannien 1940 eingeführt und endete im Sommer 1954. Im letzten Jahr überlegte ich mehrfach, kurz nach London zu fliegen, um die Sonderausstellung "The Ministry of Food" zum 70. Jahrestag der Rationierungen zu sehen, aber es ging sich einfach nicht aus. Den Ausstellungsblog habe ich sehr interessiert gelesen und einige, öhm, ich sage mal, interessante, Aktionen wie diesen Versuch, sich von den Rationen zu ernähren oder The 1940's Experiment,um abzunehmen, zur Kenntnis genommen.

Herzstück der Children's War-Ausstellung ist die Replik eines Hauses aus den 1940er Jahren, das in Kent stand. Es ist ein vergleichsweise modernes und komfortables Haus, insbesondere wenn man bedenkt, dass viele Menschen, vorallem in den Großstädten, in beengten, slumähnlichen Verhältnissen lebten, ohne Bad, mit Toilette auf dem Hof. Beim Gang durch das Haus erfährt man viel über das Leben und den Alltag der Kinder, aber auch der Erwachsenen, im Krieg; die Evakuierung auf's Land, was für manche Großstadtkinder neben der Trennung von den Eltern auch ein Kulturschock war; das Leben unter deutscher Besatzung auf den Kanalinseln; die Transporte deutsch-jüdischer Kinder nach England; die Situation in den Bunkern; das neu beginnenende Leben nach dem Krieg; die Situation von Vätern oder erwachsenen Brüdern an der Front uvm. Dabei liegt der Focus nicht nur auf der Situation in Großbritannien. Es kommen genauso Kinder aus Deutschland und den von Deutschland besetzten west- und osteuropäischen Ländern zu Wort. Ein Augenmerk liegt außerdem auf der Situation außerhalb Europas.

Man betritt das Haus quasi durch die Küche.
Küche links.
Küche rechts.
Produkte aus den 1940er Jahren wie Camp Coffee, Oxo Cubes, Obst und Gemüse in Dosen und das Ration Book, in dem die Marken für Lebensmittel, aber auch Schuhe und Kleidung waren.
Es folgen die übrigen Räume, dann geht man aus dem Haus 'raus durch verschiedene Themenbereiche wie durch die Straßen einer Stadt. Wie in allen Ausstellungen in diesem Museum bleibt es dem Besucher selbst überlassen, wie viel oder wenig Informationen er aufnehmen möchte, ob als Text, als Film, als Hördokument etc.. In den Sommerferien stehen in der Ausstellung zudem Zeitzeugen zu Gesprächen zur Verfügung.

Bedrückend fand ich beim ersten wie auch beim zweiten Besuch den Morrison Shelter, benannt nach dem Minister for Home Security, Herbert Morrison. Der Bunker wurde in Häusern bzw. Wohnungen ohne Keller aufgebaut, oft im Esszimmer, sofern vorhanden. Nachts wurde darin geschlafen, und tagsüber wurde er als Esstisch genutzt. Mit einer Länge von 2 Metern, einer Breite von 1,20 Metern und einer Höhe von 75 cm fanden teilweise sechs Menschen in ihm Schutz vor deutschen Bomben. Geliefert wurde der Bunker als Bausatz mit 359 Teilen und drei Werkzeugen.
Morrison-Shelter.
Beim ersten Besuch dachte ich: "Och, wie niedlich, die haben wohl Kaninchen im Wohnzimmer gezüchtet, um die Fleischration aufzubessern." Als ich sah, was der Drahtverhau wirklich ist, bekam ich einen Kloß im Hals. Kaum vorstellbar, dass diese Konstruktion einem herunterfallenden Decke standhalten sollte, aber sie tat es, sofern die Bunker richtig zusammengebaut und platziert waren. Eine halbe Million dieser Bunker wurde bis Ende 1941 ausgeliefert. 1943 folgten weitere 100.000 Stück.

Diesmal bedrückte mich am meisten die Schilderung eines diabetischen Schulkindes, das auf den von Deutschen besetzten Kanalinseln lebte. Diabetiker konnten kriegsbedingt kein Insulin bekommen, wodurch alleine auf den Kanalinseln 60 Menschen starben. Maurice Green überlebte durch folgende Strategie: "Every day I dug up the garden which made me burn energy. I didn't eat any carbohydrate or starch. I took a morning job for which I was paid in eggs and the odd piece of pork. I ate dandelions and roots and lost a lot of weight."

Ich wünschte mir, in Hamburg gingen Ausstellungsmacher ähnlich sensibel und vielschichtig mit dem Thema um. Viel zu oft werden die fehlenden finaziellen Mittel angeführt. Viel zu oft braucht es die gar nicht. Aber Ideen und den Mut, sie umzusetzen.

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Montag, 19. September 2011

London calling 2011: Leon - changing the face of fast food

Ich übersetze "fast food" ja gerne mit "fast ein Essen", denn mit richtigem Essen hat das nichts zu tun. Nichts gegen den Schotten und den König (wenn ich die Wahl habe, letzteren), wenn's mal schnell gehen soll oder der Gatte kurz vorm Zuckerkoma steht aber wenn ich eine Alternative habe, nehme ich lieber Sushi oder belegte Brötchen, wenn schon keine Zeit für richtiges Essen ist.

Und nun empfahl mir ausgerechnet The Saucy Chef ein Fast-Food-Restaurant, als ich nach Last Minute-London-Tipps fragte. Und wenn jemand behauptet, ich müsse dort "unbedingt!" hin, weil: "Fastfood, was sich lohnt!", dann nehme ich die Anregung gerne auf.

Leon in der Old Compton Street lag günstig, als wir gerade Hunger hatten. Die Einrichtung sprach mich sofort an. Ich hätte gerne mehr Zeit dort verbracht, und wäre ich noch in die Kochbuchbibliothek im Keller gegangen, hätte der Gatte mich vermutlich gar nicht mehr als dem Lokal bekommen. Aber wir hatten an unserem letzten Tag in London noch einiges vor, und so wurde es wirklich ein schnelles Essen.
Blick in den hinteren Raum des Lokals in der Old Compton Road, wo es etwas ruhiger ist als zur Straße hin.
Das Essen kommt in Pappkartons, auch wenn man im Restaurant isst.
Leon Chicken Curry.
Aus den Pappschachteln isst es sich ein wenig unbequem, die Klappen sind im Weg. Das Essen war frisch und lecker, wenn auch für uns beide ein wenig zu scharf gewürzt. Und wir wählten beide dusseligerweise Fresh Leon-Made Lemonade - wie der Name schon sagt, ist die aus Zitronen. Nicht süß, sondern sauer. Zu sauer für den Gatten und an der Grenze für mich. Fazit: Ich esse gerne wieder bei Leon, muss mir das nächste Mal nur besser überlegen, was. Aber Essen und Konzept überzeugen.

Es gibt übrigen auch zwei Leon-Kochbücher. Ich habe keines gekauft. War ein Fehler. Aber irgendwie war ich diesmal nicht ich Kochbuchkauflaune. Dafür gibt es eine Liste, die bei der nächsten Reise bei Books for Cooks abgearbeitet wird.

Noch mehr London: