Samstag, 1. November 2014

Rückblick: KW 44 ohne Plan

Letzten Mittwoch streckte es den Gatten nieder, Sonnabend raffte es auch mich dahin.

Nur gebe ich mich natürlich nicht mir einer schnöden Virusinfektion zufrieden wie der Gatte.

Für mich musste es schon ein Hexenschuss in der Halswirbelsäule sein.

Ich wusste bislang nicht, das so was geht.

Ich hätte auf dieses Wissen durchaus auch weiter verzichten können.

Andererseits: 1600 mg Ibuprofen täglich ist ein echt geiles Zeugs. Nachdem ich das kennenlernte, mache ich es nicht mehr darunter.

Der Gatte, der schlecht krank sein kann, übernahm den Küchendienst, wobei wir es vermieden, viel vor die Tür gehen zu müssen. Also lebten wir vorzugsweise aus den Vorräten und kauften nur ein, was wir schnell auf Hundegängen oder Fahrten zum Arzt besorgen konnten.

Sonnabend und Sonntag gab's Schnitzel mit Kartoffeln und Erbsen.

Montag gelüstete es den Gatten nach Hot Dogs - könnte daran liegen, dass er mich zu meinem Hausarzt begleitete, denn Praxis in der Nähe einer Ikea-Filiale ist ...

Da wir vom Gyros aus der Vorwoche noch Krautsalat und vom Sonnabend noch Schnitzel übrig hatten, gab's Dienstag Schnitzel mit Klößen und Krautsalat.

Mittwoch reichte uns TK-Pizza - der Gatte hatte durch seine Medis keinen Hunger, ich schlief durch meine nur.

Donnerstag befand ich mich wieder für Arbeitsfähig. Abends gabs Königsberger Klopse nach Ralf Zacherl, ein Lieblingsrezept des Gatten, das ich schon ewig mal bloggen will.

Freitag war ich in ausgesprochen reizender Gesellschaft fremdessen.

Verläuft die nächste Woche halbwegs geplant, bringt sie einmal Fremdessen und einmal gepflegtes Betrinken.

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Serbische Bohnensuppe mit Kabanossi nach Nelson Müller

Der Gatte liebt Bohnensuppe und war daher begeistert, als ich freiwillig Serbische Bohnensuppe auf den Wochenplan setzte.

Ich habe nichts gegen Bohnensuppe. Nur könnte der Gatte sie mindestens wöchentlich essen, wenn er denn könnte.

Im Originalrezept aus dem Buch "Meine Rezepte für Body and Soul"*verwendet Nelson Müller Chorizo, eine scharfe, spanische Wurst. Die war bei uns nicht zu bekommen, weswegen Kabanossi, das ungarische Pendant, in die Suppe kam.

Serbische Bohnensuppe. 



Serbische Bohnensuppe mit Kabanossi nach Nelson Müller

Zutaten für 4 Portionen:

750 g weiße Bohnen, über Nacht eingeweicht
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 milde Chilischote
50 g Knollensellerie
100 g Rinderschulter
100 g Kabanossi
1 EL Paprika, edelsüß
1 l Hühnerbrühe
1 EL Tomatenmark
1 TL Majoran, getrocknet
1 TL Oregano, getrocknet
1/2 TL Kümmel
Salz
1 - 2 Zweige Liebstöckel (alternativ 1 TL getrockneter Liebstöckel)
Olivenöl

Zubereitung:

Die eingeweichten Bohnen in ein Sieb geben, gut abbrausen und gut abtropfen lassen.

Blick in den Topf. 
Zwiebel und Knoblauch schälen.

Chilischote längs halbieren, entkernen und waschen.

Zwiebel, Knoblauch und Chili in feine Würfel schneiden.

Sellerie waschen, putzen, schälen und in feine Würfel schneiden.

Das Rindfleisch in kleine Würfel, die Wurst in Scheiben schneiden.

Butter in einem Topf erhitzen und Zwiebel, Knoblauch, Sellerie und Rinderschulter darin anbraten. Bohnen und Paprikapulver dazugeben und andünsten. Mit der Hühnerbrühe ablöschen, Chilischote und Tomatenmark zugeben. Mit Majoran, Oregano, Kümmel und Salz abschmecken.

Bohnen und Fleisch bei schwacher Hitze etwa eine Stunde weich garen. Das Fleisch ist gut, wenn es leicht von der Gabel fällt. In den letzten 15 Minuten die Wurst zugeben und weich ziehen lassen.

Vor dem Servieren mit Olivenöl und Liebstöckel abschmecken.

*Affiliate links zu Kochbüchern von Nelson Müller

Dienstag, 28. Oktober 2014

Banana-Split-Käsekuchen

Banana-Split-Käsekuchen.
Gelegentlich vermehren sich Frischkäse und Bananen ungewollt in unserer Küche. Diesmal werden sie zu einem Kuchen, zu einem Banana-Split-Käsekuchen.

Die Idee zu diesem Kuchen kommt aus den USA, dementsprechend ist es ein Tassenrezept. Diesmal machte ich mir nicht die Mühe, es in Gramm und Milliliter umzurechnen, sondern nahm einfach einen normalen Kaffeebecher aus dem Schrank, der 250 ml fasst. Das passt dann schon.

Ebenso passt es, den Frischkäse durch Mascarpone und / oder Ricotta zu ersetzen und / oder damit zu mischen - oder umgekehrt. Irgendwie schmuggelte sich nämlich auch noch ein großer Becher Mascarpone in unseren Kühlschrank ... Ricotta wohnte zwar gerade nicht im Kühlschrank, geht aber auch.

Der Gatte bemängelte das Fehlen von Vanilleeis. Nun ja, niemand hindert ihn daran, Vanilleeis zum Kuchen zu servieren.

Mein Kuchen nimmt teil am Blog-Event bei der Schokoladen-Fee.

Schokoladen-Event

Banana-Split-Käsekuchen

Zutaten für eine Auflaufform 24 cm x 32 cm*:

2 Tassen zerkrümelte Kekse (Vollkornkekse, Haferflockenkekse ... was Du halt gerade da hast)
125 g geschmolzene Butter
600 g Frischkäse (oder die gleiche Menge Frischkäse / Mascarpone / Ricotta gemischt, was halt da ist)
4 EL weißen Zucker
1 TL gemahlene Vanille
3 Eier
100 dunkle Schokolade oder Kuvertüre, gehackt
3 reife Bananen, in Scheiben geschnitten

Zubereitung:

Auflaufform mit Backpapier auslegen.

Kekrümel mit der geschmolzenen Butter vermischen und auf den Boden der Auflaufform verteilen. Glätten und andrücken.

Frischkäse, Zucker und gemahlene Vanille miteinander verrühren, dann nacheinander die Eier einrühren und gut vermischen. Mit dem letzten Ei Bananen und Schokolade mit unterrühren.

Etwa 45 Minuten bei 170°C (Umluft) backen, bis die Mitte einigermaßen fest ist. Etwas abkühlen lassen, da  im Kühlschrank mindestens 3 Stunden kühlen.

Sonntag, 26. Oktober 2014

Szenen einer Ehe: Nespresso Maragogype Tasting - Grand Cru vs. Grand Cru

Sonnabend, bei der Wochenplanung.

Sie: "Donnerstag bin ich nicht da."

Er: "Soso. Wo bist du denn?"

Sie: "Bei einem Kaffee- und Weintasting."

Er, leicht panisch: "Dann nimm mal besser alle Tabletten, die du hast!"

Sie: "Hä?"

Er: "Schaaahatz, Koffein und Tannin! Du weißt, wie du darauf reagierst."

Sie, leicht genervt und sich daran erinnert, wie sie vor 14 Jahren nach dem Genuss von zu viel ein wenig Espresso und St. Magdalena drei Tage und Nächte wie ein geficktes Hammy, das Eichhörnchen, schlaf. und ruhelos durch Büro und Wohnung fegte: "Menno, das war einmal. Seitdem kam das doch nie wieder vor."

Er, schmallippig: "Ich! Meine! Das! Ernst! Ich! Mache! Mir! Ernsthaft! Sorgen!"

Der Tisch lässt es erahnen: Heute Abend kommt noch was auf uns zu.
Mittwoch, beim Abendessen.

Sie, auf seine Vergesslichkeit spekulierend: "Ich bin morgen Abend übrigens nicht da."

Er: "Soso. Wo bist du denn?"

Sie: "Bei Tim Mälzer."

Er: "Ach. Grüß schön."

Gleich geht's los.
Ich sagte dem Gatten wohlweislich nicht, dass ich zu einem Nespresso-Tasting in der Mälzerschen Kochschule gehe, denn das hätte mir nur Diskussionen über die mangelnde Nachhaltigkeit von Kaffeekapseln eingebracht. Er hat ja recht, und deswegen haben wir auch keine Kapselmaschine zu Hause. Andererseits freut sich der Gatte immer, wenn ich zum Urlaub oder zum langen Wochenende meine kleine Kapselmaschine aus dem Büro mitbringe, freut er sich doch dann auf den brasilianischen Espresso, den sie macht.

Aber man kann die leeren Nespresso-Kapseln natürlich auch verwerten, stylish, so wie twh weimar es macht: Das Modell "George" besteht aus LKW-Plane und sechszehn leeren Nespresso-Kapseln in unterschiedlichen Farbtönen im Überschlag. Innen drin bietet "George" Platz für Portemonnaie, Telefon, Haustürschlüssel, Taschentücher, eBook oder Kamera. Kurzum: "George" ist der perfekte Begleiter zu jedem (Nespresso-)Event!

Gestatten: George, ein handlich-schicker Event-Begleiter.
Beim Tasting stellte uns Nespresso nicht nur die neue, limitierte Sorte Maragogype - Special Reserve* vor, sondern gab auch Riedel Gelegenheit, neue Wein- und Espressogläser vorzustellen. Außerdem verkosteten wir zu jedem Kaffee passende Weine, ausgesucht von Master Sommelier Hendrik Thoma und Coffee Ambassador Dimitrios Sarakinis.

Wein und Gläser funkeln um die Wette.
Für die Grand Cru-Weine entwarf Riedel die Glasserie Veritas*. Die maschinengeblasenen Gläser sind hauchdünn, so dünn, wie es mundgeblasen nicht möglich wäre, und abgestimmt auf verschiedene Rebsorten. Thoma gab uns angesichts der empfindlichen Gläser den Tipp, sie gleich zu polieren, wenn sie aus der Spülmaschine kommen: "Dann sind sie noch warm und flexibel." Das klappt natürlich nicht nur bei der neuen Glasserie, sondern bei allen Weingläsern.

Jeden Kaffee gab's gleich doppelt: Einmal im eigens von Riedel entworfenen Reveal-Glas und in der Tasse. Je nach Sorte - mild oder kräftig - ist die Öffnung des Glases schmaler oder breiter. Ich war verblüfft, wie unterschiedlich eine Kaffeesorte schmecken kann, wenn sie im Glas oder in der Tasse serviert wird.

Glas vs. Espresso-Taste: Geschmacklich kann das einen enormen Unterschied ausmachen.
Los ging's mit säuerlichen, leicht fruchtigen Noten und Röstaromen: Ein 2011er Corton Charlemagne Grand Cru Remoissenet Père & Fils, ein Chardonnay  aus dem Burgund trifft auf Rosabaya de Colombia*. Ich merkte wieder mal, dass ich keine Weine mag, die im Barrique ausgebaut sind: der Corton Charlemagne war für mich schlichtweg nicht trinkbar ... Ich bin gespannt, ob ich mich jemals mit Barrique anfreunden werde. Rosabaya de Colombia hingegen ist sanft und fruchtig, ein schöner Einstieg zur Vorspeise.

Zu diesen Aromen wurde die passend vom Mälzer-Team kreierte Vorspeise serviert: Ceviche vom Lachs | Beete | Orange.

Vorspeise: Ceviche vom Lachs | Beete | Orange.
Als nächstes kamen Röstaromen mit hoher Bitterkeit und Noten von Pfeffer und Gewürzen auf den Tisch, in die Gläser und Tassen: Ein 2011er Cab l'Enclos von Stefan Paeffgen, ein Cabernet Sauvignon aus dem Médoc, traf auf Kazaar*. Beim Wein bedauerte ich, dass ich mit dem Auto kam, denn der schmeckte ausgesprochen gut. Der Kazaar ist sehr kräftig, holzig, würzig - muss man mögen.

Das Mälzer-Team servierte dazu Roastbeef | Chicorée | Lauch | Langpfeffer-Kartoffelpüree.

Hauptgang: Roastbeef | Chicorée | Lauch | Langpfeffer-Kartoffelpüree.
Zum Dessert standen süße, malzige und grüne Noten mit wenig Säure im Mittelpunkt: Ein 2011er Granite, ein Syrah von Mullineux Family Wines aus dem südafrikanischen Swartland, traf auf Maragogype - Special Reserve*. Dazu gab es Malzbisquit | Cerealienmilchschaum | Weizengraseis | Schokolade | Karamell.

Malzbisquit | Cerealienmilchschaum | Weizengraseis | Schokolade | Karamell.
Während mir der Wein auf Anhieb gefiel, wurde mich mit dem Kaffee erst gar nicht warm: Als außergewöhnlich fein und mild beschrieben, viel weniger kräftig als der Kazaar, kam der Maragogype allein bei mir erst gar nicht an. Die süßlichen Noten konnte ich nicht schmecken. Zusammen mit dem Dessert allerdings wurde es ein runder Genuss. 

Resultat des Abends: Ich habe eine neue Lieblingseissorte: Weizengras. So was von genial! Muss ich unbedingt nachmachen. Und: Ich habe Tim Mälzer gegrüßt, klar. Oder hättest Du etwas anderes erwartet?!

*Affiliate links zu den genannten Produkten. Die vorgestellten Weine gibt es bei Hendrik Thoma online zu bestellen.

Samstag, 25. Oktober 2014

Rückblick: Wochenplan KW 43

Diese Woche wurde unsere Wochenplanung wieder mal kräftig durchgewirbelt.

Sonnabend gab‘s Fischstäbchen mit Pommes auf besonderen Wunsch eines einzelnen Herrn.  War nach langer Zeit mal wieder lecker.

Sonntag gab’s für mich wie üblich „ Was da ist“: Sauerkraut, Kartoffeln, Domwürstchen vom Freitag. Seit längerem habe ich sonntags irgendwie keine Lust, für mich zu kochen. Wir frühstücken immer sehr spät, dann gibt es Tee und Kuchen, weil ich sonntags eigentlich immer backe. Wenn dann die Küche frisch geputzt ist, habe ich meistens keine Lust mehr, da noch mehr Zeit als nötig zu verbringen.

Montag sollte es Kabeljau und Kürbisgemüse geben. Nur der Kürbis machte schlapp – normalerweise halten die Früchte ja monatelang, aber diesmal machte die Butternuss ganz schnell schlapp, was mir erst abends auffiel, als ich den Kürbis verarbeiten wollte.  Zum Glück brauchte es für das Gericht noch eine Lauchstange. Statt Kürbisgemüse gab’s also Nudeln mit Lauch zum Kabeljau.

Dienstag machte der Gatte Klopse mit Wurzeln und Kartoffeln. Die sollte es auch noch Mittwoch geben, aber der Gatte wurde in der Nacht malad und vertrug nur Hühnerbrühe.  Für mich gab’s aber nochmal die Klopse (und der Rest der Klopse kam mit ins Büro zur Freude der Kollegen).

Donnerstag sollte es eigentlich Spaghetti mit Linsenbolognese geben, aber der Gatte nutzt die Maladie als Ausrede, dass er noch keine Linsen vertrüge, und machte Hühnerfrikassee.

Freitag befand der Gatte, er vertrüge wieder herzhaftes Essen, also machte ich wie geplant Gyros mit Krautsalat, Tsatsiki und Reis.

Freitag, 24. Oktober 2014

Deutsche See Grill-Experience in Hamburg

An einem heißen Juli-Tag versammelten sich Journalisten und Blogger auf dem Dach des ehemaligen Flakturmes IV, einem früheren Hochbunker auf dem Heiligengeistfeld, um mit Deutsche See zu grillen.

An klaren Tagen gibt es einen traumhaften Blick von der Terrasse des Terrace Hill.
Vorher galt es aber, den Fisch verzehrfertig machen. Unter Anleitung von Sebastian Bruns und seinem Team lernten wir, Riesengarnelen aus der Schale zu bekommen und zu entdarmen, Seeteufel und Wolfsbarsch zu filetieren.

Was vom Fischfilet übrig bleibt ... 
Wirklich riesig, diese Garnelen.
Seeteufel ohne Bäckchen.
Die Seeteufel werden filetiert. 
Nebenbei konnte, wer wollte, jede Menge Tipps und Tricks von den Profis lernen. Wusstest Du, dass die Schuppen des Wolfsbarsches ganz wunderbare Chips ergeben? Dafür lässt Du jeden Kartoffelchip stehen!

Chips aus Fischschuppen (oben) und Rauchmandeln.
Außerdem lernte ich Wooden Wraps in der Praxis kennen, papierdünne Holzspäne, die bei Fisch (oder auch Fleisch) für ein schönes Holzaroma sorgen. Die hatte ich damals schon zu Hause liegen, aber noch nicht ausprobiert.

Gibt es grillfertig mariniert zu kaufen: Lachs im Buchenspan.
Anrichten für viele Esser.
Auf den Tisch kamen schließlich

Riesengarnele / Gurke / Sambal
Da sind die Riesengarnelen noch auf dem Grill.
Und schon ist die Riesengarnele auf dem Teller. 

Seeteufel / Tomate / Pesto / Caesar-Dip / Römersalat
Seeteufel / Tomate / Pesto / Caesar-Dip / Römersalat
Lachs im Buchenspan / Ravioli / Béarnaise 
Lachs im Buchenspan / Ravioli / Béarnaise. Den Lachs würde ich mir nicht kaufen, die Fertigmarinade war nicht mein Geschmack. 
Wolfsbarsch / Rauchmandeln / Orangen / Fenchel
Es wird angerichtet. 
Wolfsbarsch / Rauchmandeln / Orangen / Fenchel
Piña Colada 
Das Dessert wird zusammengebaut.
Für das Zusammenbauen des Desserts braucht es viele Hände.
Piña Colada. Die Idee zum Dessert finde ich schön - noch schöner wäre es mit ausgelöster Kokosnuss gewesen. 
Tipps und Tricks rund um das Grillen von Fisch und Meeresfrüchten gibt es auch in der Grillfibel.

Danke für einen inspirierenden Abend!

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Lammkeule im Quittensaft geschmort

Als ich noch im Haus, das Irre macht, arbeitete, hatte ich eine Kollegin, die viele Quittenbäume hatte. In einem Jahr erntete sie so viele Quitten, dass sie sich nur noch mit Entsaften zu helfen wusste, um den Früchten Herr zu werden. Sie bot mir Saft an - ich dachte an eine Flasche und sagte zu.

Die Kollegin kam schließlich mit sechs Johnnie Walker Red Label-Flaschen (noch mit Etikett) voller Quittensaft an. Ich guckte zwar sehr erfreut, aber dennoch ein wenig entgeistert, fragte ich mich doch, wie ich die Flaschen ungesehen durch das Verwaltungsgebäude und über den Campus auf den Parkplatz kriegen sollte, ohne dass die Kollegen mir zu allem Überfluss auch ein handfestes Alkoholproblem andichten ... Ich arbeitete an dem Tag sehr lange ...

Lammkeule im Quittensaft geschmort auf cremiger Polenta.
Lammkeule im Quittensaft geschmort

Zutaten für 6 bis 8 Portionen:

1 Lammkeule mit Knochen, ca. 1,8 kg
Butterschmalz
2 Zwiebeln
6 Knoblauchzehen
2 Wurzeln
2 TL Gemüsebrühpulver (oder ein Bund Suppengrün)
700 ml Quittensaft*
500 ml Lammfond
2 Stück brauner Kardamom
1 Stück Zimtrinde, ca. 5 cm
5 Pimentkörner, zerstoßen
3 - 4 Kaffirlimettenblätter, getrocknet (gerne frisch, wenn Du sie 
bekommen kannst)
1 EL Agavendicksaft
1 TL Speisestärke
100 ml Rotwein
Salz
Pfeffer

Zubereitung:

Die Lammkeule von allen Seiten in Butterschmalz kräftig anbraten. 

Währenddessen Zwiebeln, Knoblauchzehen und Wurzeln schälen. Zwiebeln und Wurzeln grob zerkleinern. 

Lammkeule mit Quittensaft und Lammfond ablöschen, Zwiebeln, Knoblauch, Wurzeln, Agavendicksaft und Gewürze dazu geben und im zugedeckten Topf etwa zwei Stunden bei 180°C (Umluft) im Backofen schmoren lassen. Die Keule ist gar, wenn sich das Fleisch vom Knochen lösen lässt. 

Den Topf aus dem Ofen nehmen, das Fleisch aus dem Topf nehmen und beiseite legen. Sauce durch ein Sieb gießen. Gemüse aus dem Sieb nehmen und wieder in den Topf geben. Pürieren und die Sauce aufkochen lassen. Speisestärke in Rotwein verrühren und zur Sauce geben. Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken. 

Lammkeule in Tranchen schneiden und mit der Sauce servieren. 

Dazu schmeckt cremige Polenta. Du kannst auch bummelig 20 Minuten vor Ende der Kochzeit Kartoffeln mit in den Schmortopf geben und zum Fleisch servieren.

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